Lateinamerika verfügt über etwa 60 Prozent der weltweiten Lithiumreserven und 40 Prozent der Kupferreserven und ist damit eine Schlüsselregion für die Energiewende und Digitalisierung. China hat seine Präsenz im Bergbausektor der Region ausgebaut und kontrolliert einen großen Teil der globalen Lieferkette für kritische Mineralien, was Sicherheitsbedenken hinsichtlich externer Abhängigkeiten aufwirft. China verfügt über etwa 90 Prozent der weltweiten Kapazitäten zur Raffination und Trennung seltener Erden und hat seine Dominanz in diesem Sektor wiederholt als geopolitisches Instrument eingesetzt.
China hat seine Präsenz im Bergbausektor Lateinamerikas über zwei Jahrzehnte hinweg kontinuierlich ausgebaut, mit beschleunigten Investitionen in Argentinien und Bolivien zur Sicherung stabiler, langfristiger Lithiumversorgung. Chinesische Unternehmen haben mehr als 20 Milliarden Dollar in Perus Bergbausektor investiert, während das Bergbauunternehmen Zijin Mining knapp 1,5 Milliarden Dollar in das Projekt La Arena investiert hat.
Latinoamerikanische Länder arbeiten nun an der Stärkung ihrer strategischen Autonomie. Argentinien hat das Großinvestitions-Anreizregime (RIGI) eingeführt, Chile eine nationale Strategie für kritische Mineralien gestartet, und Brasilien hat kritische Mineralien zur nationalen industrie- und strategischen Priorität erklärt und den Nationalen Bergbauplan 2050 vorgestellt. Allerdings bestehen 62 Prozent der Exporte Lateinamerikas weiterhin aus unverarbeiteten Rohstoffen, was die Notwendigkeit verstärkter domestischer Verarbeitung und Marktdiversifizierung unterstreicht.
Kernpunkte:
- Die globale Nachfrage nach kritischen Mineralien wird bis 2030 um mehr als 6 Prozent pro Jahr wachsen.
- Lateinamerika verfügt über etwa 60 Prozent der weltweiten Lithiumreserven und 40 Prozent seiner Kupferreserven.
- Der regionale Markt für kritische Mineralien ist bereits etwa 180 Milliarden Dollar wert.
Quelle: Diálogo Américas (Englisch)
