Europa riskiert einen Wirtschaftskrieg mit China, den es nicht gewinnen kann

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Europa bereitet sich auf einen wirtschaftlichen Konflikt mit China vor und diskutiert Zölle, Exportkontrollen, Subventionen, Investitionsprüfungen und Lieferkettenpolitik. Doch ein Handelskrieg ist für Europa nicht zu gewinnen, da die wirtschaftliche Verflechtung enorm ist: 2025 importierte die EU Waren im Wert von rund 559 Milliarden Euro aus China und exportierte nur knapp 200 Milliarden Euro dorthin, was ein Handelsdefizit von etwa 360 Milliarden Euro ergibt. China ist tief in industrielle Wertschöpfungsketten eingebunden und verfügt über erhebliche Kapazitäten sowie eine starke Position bei kritischen Rohstoffen.

Statt China mit immer neuen Strafzöllen zu bekämpfen, sollte Europa seine eigenen Vulnerabilitäten reduzieren: das gigantische Handelsdefizit, hohe Energiekosten, langsame Investitionen, bürokratische Hürden und Abhängigkeiten bei Rohstoffen. Premierminister Li Qiang zitierte bei einem Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz den deutschen Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz. Ein starkes Europa müsse China nicht bekämpfen, sondern sollte stattdessen seine industriellen Kapazitäten stärken und Lieferketten diversifizieren. Der Konflikt entscheide sich nicht in einer großen Schlacht, sondern bei Rohstoffen, Fabriken, Patenten, Energiepreisen und der Frage, welche Technologien Europa selbst beherrscht. Gleichzeitig wäre ein Wirtschaftskrieg auch ein Stresstest für Europas Geschlossenheit angesichts der mannigfaltigen Partikularinteressen seiner 27 Mitgliedstaaten.

Kernpunkte:

  • Europa bereitet sich auf einen Wirtschaftskonflikt mit China vor.
  • Ein Handelskrieg kann langjährige Strukturen vernichten, Lieferketten unterbrechen, Unternehmen zerstören und damit ganze Staaten gefährden.
  • Europa hat viel zu verlieren.

Quelle: Berliner Zeitung (Deutsch)