Russland hat seine Sabotageoperationen in Europa deutlich ausgeweitet und zielt gezielt auf Rüstungsbetriebe und Logistikeinrichtungen ab, die die Ukraine unterstützen. Zu den Vorfällen gehören ein fehlgeschlagener Drohnenanschlag auf ein ukrainisches Flugzeug in Leipzig im August 2026 sowie zahlreiche Brände und Explosionen in Fabriken in Tschechien, Bulgarien, Italien, Estland, der Slowakei und anderen europäischen Ländern. Der OSINT-Analyst Clément Molin dokumentiert, dass seit September allein etwa 50 solcher Zwischenfälle registriert wurden.
Die Operationen werden von russischen Geheimdiensten geplant, aber von Zivilpersonen ausgeführt. Im Jahr 2024 plante Russland die Ermordung von Armin Papperger, CEO des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall, was durch US- und deutsche Geheimdienste vereitelt wurde. Dmitry Medwedew signalisierte in sozialen Medien mit einer versteckten Drohung, dass Anschläge folgen könnten. Die Sabotagen zielen darauf ab, europäische Unterstützung für die Ukraine zu schwächen, sind aber bislang nicht erfolgreich gewesen, da die meisten Unternehmen ihre Lieferungen fortgesetzt haben.
Europäische Länder reagieren verstärkt auf die Hybridkriegstaktiken: Deutschland baut umfassende Maßnahmen zum Schutz kritischer Infrastruktur auf, Polen hat 10.000 Soldaten zur Sicherung von Eisenbahnstrecken eingesetzt, und Litauen, Lettland sowie Estland haben gemeinsame Ermittlungsteams gegründet. Europäische und US-Geheimdienste widmen nun ebenso viele Ressourcen der Abwehr russischer Sabotage wie der Terrorismusbekämpfung.
Kernpunkte:
- Unbekannte Personen versuchten in der Nacht des 4. bis 5. August 2026, den Flughafen Leipzig mit drei sprengstoffbeladenen FPV-Drohnen anzugreifen.
- Ziel war ein von Antonov Airlines betriebenes ukrainisches Ruslan-Flugzeug.
- Der Sprengstoff der ersten Drohne detonierte nicht, die zweite Drohne stürzte auf ein anderes Flugzeug ab, und die dritte kam nicht in die Luft.
Quelle: Ukrainska Pravda (Englisch)
