Die Bundesregierung hat ihre Konjunkturprognose für 2026 von 0,5 auf 1,3 Prozent angehoben. Haupttreiber sind erhöhte Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur, finanziert durch neue Schulden, sowie ein statistischer Effekt durch zusätzliche Arbeitstage. Auch temporäre Vorteile aus globalen Lieferkettenengpässen infolge des Nahostkonflikts tragen zur höheren Prognose bei.
Wirtschaftsminister Reiche betont jedoch, dass das Wachstum noch nicht selbstragend ist. Wirtschaftsverbände äußern sich vorsichtig: Melnikov, Chef der Deutschen Industrie- und Handelskammer, spricht von einem "teuer erkauften Aufschwung". Volker Treier warnt vor handelspolitischen Unsicherheiten und Standortnachteilen, während Ostermann, Präsident des Verbands der Familienunternehmen, Gefahren wie hohe Kosten, Bürokratie und schwache private Investitionen sieht. Die geopolitische Situation mit Kriegen im Nahen Osten und der Ukraine bleibt ein erhebliches Risiko.
Kernpunkte:
- Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für 2026 von 0,5 auf 1,3 Prozent erhöht.
- Der Hauptgrund für das höhere Wachstum ist ein starker staatlicher Konjunkturstimulus.
- Zusätzliche Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur, finanziert durch neue Schulden, sind Wachstumstreiber.
Quelle: Deutschlandfunk (Deutsch)
