Kermani fordert Bundeswehrsoldaten auf, rechtswidrige Befehle zu verweigern

Der Schriftsteller Navid Kermani hielt eine Gedenkrede zur feierlichen Vereidigung der Bundeswehr am Bendlerblock in Berlin und würdigte den Widerstand vom 20. Juli 1944. Er betonte die Pflicht von Soldaten, rechtswidrige Befehle zu verweigern, und zog Parallelen zu Claus Schenk Graf von Stauffenberg und anderen Widerständlern wie Dietrich Bonhoeffer und Helmuth James von Moltke.

Kermani kritisierte Deutschlands Außenpolitik scharf. Er verwies auf die chaotische Beendigung des Afghanistan-Einsatzes, bei dem deutsche Soldaten 2009 in Kunduz Dutzende Zivilisten töteten, sowie auf das mangelnde staatliche und gesellschaftliche Verständnis für die Leistungen von über 500.000 deutschen Soldaten, die seit 1991 im Ausland dienten. Er warnte vor einer Erosion des Völkerrechts und kritisierte, dass Bundeskanzler Friedrich Merz eine Gewöhnung daran habe, internationales Recht zu relativieren und Verstöße zu rechtfertigen.

Kermani forderte die Rekruten auf, die Grundwerte der Bundesrepublik und der Demokratie zu bewahren, auch in künftigen Konflikten, und warnte davor, dass Krieg nach Deutschland zurückkehren könnte.

Kernpunkte:

  • Navid Kermani hielt die Gedenkrede zur feierlichen Vereidigung der Bundeswehr am 20. Juli zur Würdigung des Widerstands von 1944.
  • Die Veranstaltung fand im Berliner Bendlerblock statt.
  • Der 20. Juli symbolisiert die Notwendigkeit des Widerstands, wenn die Pflicht zur Verbrechen wird.

Quelle: Berliner Zeitung (Deutsch)