Die Bundesregierung trifft Vorbereitungen, um den Zivildienst für den Fall einer Wiedereinführung der Wehrpflicht zu reaktivieren. Das Bundesfamilienministerium befragte dazu 23 große Organisationen proaktiv über verfügbare Plätze für potenzielle Kriegsdienstverweigerer. Unionsfraktionschef Thorsten Frei bestätigte, dass sich die Regierung auf „Eventualitäten" vorbereitet.
Die großen Sozialverbände reagieren jedoch skeptisch. Die Paritätischer Gesamtverband und SoVD-Vorsitzende Michaela Engelmeier warnen vor einer Schwächung bestehender freiwilliger Dienste und plädieren stattdessen für eine Stärkung des freiwilligen Engagements. Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa argumentiert, dass ein Zivildienst unter einer bedarfsgerechten Wehrpflicht nur eine "Randnotiz" wäre, da es wenige Wehrpflichtige gäbe. Ulrich Schneider, ehemaliger Chef des Paritätischen und jetzt Vorstandsmitglied der Linke, vermutet, dass Wehrpflicht und Zivildienst ohnehin nicht wiederbelebt werden.
Kernpunkte:
- Die Bundesregierung bereitet die Wiederaktivierung des Zivildienstes für den Fall einer Rückkehr zur Wehrpflicht vor.
- Das Bundesministerium für Familie Angelegenheiten befragte proaktiv 23 große Organisationen zu verfügbaren Plätzen für potenzielle Kriegsdienstverweigerer.
- Unionsfraktionsvorsitzender Thorsten Frei bestätigte, dass sich die Regierung auf "Eventualitäten" vorbereitet.
Quelle: Handelsblatt (Deutsch)
