Regierung bereitet Zivildienstplätze vor, Sozialverbände bleiben skeptisch

Das Bundesfamilienministerium befragte 23 große Sozialverbände vorsorglich über verfügbare Plätze für potenzielle Kriegsdienstverweigerer, während die Regierung auf mögliche Eventualitäten bei der Rückkehr zur Wehrpflicht vorbereitet wird. Union-Fraktionschef Thorsten Frei bestätigte, dass die Regierung für "Eventualitäten" plant. 22 der 23 befragten Organisationen gaben an, grundsätzlich Plätze für den Ersatzdienst anbieten zu können.

Die Sozialverbände äußern jedoch Bedenken und plädieren dafür, freiwillige Dienste zu stärken statt verpflichtende Dienste einzuführen. Die Paritätische und der Sozialverband Deutschland (SoVD) unter Ulrich Schneider argumentieren, dass der Bundesfreiwilligendienst, der 2011 als Ersatz für den Zivildienst gegründet wurde und etwa 35.000 Plätze jährlich bietet, ausgebaut und zuverlässig finanziert werden sollte. Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa erwartet, dass es bei einer bedarfsgerechten Wehrpflicht relativ wenige Kriegsdienstverweigerer gäbe, was den Zivildienst zu einer "Randfigur" machen würde.

Kernpunkte:

  • Das Ministerium für Familie befragte 23 große Verbände vorsorglich zu verfügbaren Plätzen für potenzielle Kriegsdienstverweigerer.
  • Unionsfraktionschef Thorsten Frei bestätigte, dass die Regierung sich auf "Eventualitäten" bezüglich der Rückkehr zur Wehrpflicht vorbereitet.
  • Der Paritätische Gesamtverband befürwortet die Stärkung freiwilliger Dienste und fordert, dass die Wiedereinführung des Zivildienstes nicht auf Kosten freiwilliger Dienste gehen sollte.

Quelle: Kreisbote (Deutsch)