Die Bundesregierung bereitet die mögliche Wiedereinführung des Zivildienstes vor, sollte die Wehrpflicht zurückkehren. Das Familienministerium befragte 23 große Organisationen nach verfügbaren Plätzen für Kriegsdienstverweigerer. Von den 22 befragten Organisationen, die antworteten, könnten grundsätzlich Plätze angeboten werden.
Doch große Sozialverbände wie der Paritätische Gesamtverband und der Sozialverband Deutschland äußern Skepsis. Michaela Engelmeier vom Paritätischen fordert, freiwilliges Engagement und Ehrenamt zu stärken, statt auf Zwang zu setzen. Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa warnt, dass ein reaktivierter Zivildienst Personalprobleme in sozialen Einrichtungen nicht wesentlich lösen würde und erwartet wenig Zivildienst-Leistende bei bedarfsgerechter Conscription. Ulrich Schneider vom Sozialverband Deutschland betont, dass der Bundesfreiwilligendienst die Lücken seit Aussetzung der Wehrpflicht 2011 weitgehend kompensiert habe.
Kernpunkte:
- Die Bundesregierung bereitet die Reaktivierung des Zivildienstes vor, falls die Wehrpflicht zurückkehrt.
- Das Familienministerium befragte 23 große Organisationen nach Plätzen für potenzielle Kriegsdienstverweigerer.
- Unionsfraktionschef Thorsten Frei bestätigte, dass die Regierung sich auf Eventualitäten vorbereitet.
Quelle: Tagesspiegel (Deutsch)
