Deutschlands Aufrüstung weckt Verbündete-Sorgen, ist aber für Europas Sicherheit nötig

Berlins Aufrüstung zur konventionell stärksten Armee Europas ruft bei Frankreich und Polen historische Bedenken hervor. Der französische Linke Jean-Luc Mélenchon warnt vor «ernsten Sicherheitsproblemen für die Nachbarn», während französische Diplomaten in vertraulichen Gesprächen Vorbehalte äußern. Verteidigungsminister Boris Pistorius und Oppositionsführer Friedrich Merz treiben die Transformation der Bundeswehr voran, die bis 2029 etwa doppelt so viel für Verteidigung ausgeben wird wie Frankreich.

Die veränderte geopolitische Lage durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und Amerikas strategischen Fokus auf den Pazifik macht ein starkes Deutschland jedoch unverzichtbar für Europas Sicherheit. Moderne Schlachtfelder und eine schnell verändernde Bedrohungslage erfordern eine NATO-Struktur, die auf Verteidigungskriege gegen Gegner wie Russland vorbereitet ist. Deutschland besitzt die finanzielle und industrielle Kapazität, langfristig militärische Lücken zu schließen und eine führende Rolle in Europa zu übernehmen.

Kernpunkte:

  • Berlins Aufrüstung sorgt bei den Verbündeten für Bedenken.
  • Europas Verteidigung braucht ein starkes Deutschland.
  • Jean-Luc Mélenchon sagte, Deutschlands Wille, die stärkste konventionelle Armee Europas zu schaffen, werfe – zusammen mit US-Atomwaffen auf deutschem Boden – «ernste Sicherheitsprobleme für die Nachbarn auf».

Quelle: NZZ (Deutsch)