Präsident Wolodymyr Selenskyj steht vor einer kritischen Lage: Die Ukraine hat nur noch eine PAC-3-Patriot-Abfangrakete zur Verfügung. Seine Versuche, von den USA eine Produktionslizenz zu erhalten, schlugen fehl – Präsident Donald Trump zog sein Versprechen weniger als eine Woche nach einem Telefonat mit Wladimir Putin zurück. Auch Trump lehnte eine Notlieferung von 300 Raketen aus amerikanischen Beständen ab, und Europa kann nicht helfen, da auch seine Reserven aufgebraucht sind.
Russland eskaliert massiv seine Luftkampagne. Im Juli feuerte Russland einen Rekord von 376 Raketen ab, im August beschoss es die Ukraine mit 35 Raketen und 185 Drohnen in einer Nacht – die ukrainische Luftwaffe konnte nur eine Rakete abfangen. Russland hat zudem seine Raketenproduktion auf etwa 2.500 pro Jahr verdoppelt und einsetzt neue kostengünstige Marineflugkörper vom Typ Banderol gegen ukrainische Häfen. Die Ukraine, die den Krieg mit einer Kapazität von fast 60 Gigawatt begann, verfügt aktuell nur noch über 14 Gigawatt Stromgeneration.
An der Front verlieren die Ukrainer Boden. Russische Truppen machen langsame, aber stetige Fortschritte in der Donbas-Region und rücken bis auf wenige Kilometer an Kramatorsk und Sloviansk heran. Selenskyj sieht sich zusätzlich mit innenpolitischen Problemen konfrontiert: Seine Zustimmungsrate fiel auf 59 Prozent, während Konkurrenten wie der frühere Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyi (70 Prozent Vertrauen) und andere hochrangige Offiziere in Umfragen höhere Werte erhalten.
Kernpunkte:
- Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass Kiew nur noch eine PAC-3-Patriot-Abfangrakete übrig hat.
- Selenskyj verhandelte mit US-Präsident Donald Trump über eine Lizenz zur Herstellung von PAC-3-Raketen.
- Donald Trump zog sein Versprechen für die Lizenz weniger als eine Woche später nach einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zurück.
Quelle: Berliner Zeitung (Deutsch)
