Europa kämpft gegen akuten Mangel an Patriot-Abwehrraketen

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Europa leidet unter einem schwerwiegenden Mangel an Patriot-Abfangraketen, der besonders die ukrainische Verteidigung gegen russische Angriffe beeinträchtigt. Zur Abhilfe wird die erste europäische Produktionsanlage für Patriot-Raketen in Schrobenhausen, Bayern, als Gemeinschaftsprojekt zwischen Raytheon und MBDA Deutschland errichtet, wobei erste Lieferungen für 2027 geplant sind. Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj schätzt, dass die Ukraine mindestens 300 PAC-3-Raketen für diesen Winter benötigt, während Brigadier General Jürgen Schrödl erklärt, dass Deutschland bei Lieferungen an seine Grenzen stoßt.

Trotz dieser Bemühungen und der Erwägung alternativer Systeme wie SAMP/T bleibt unmittelbare Hilfe für die Ukraine aufgrund langsamer Produktion, bürokratischer Hürden und begrenzter Lagerbestände der verbündeten Länder ungewiss. Verteidigungsminister Boris Pistorius äußert Unverständnis über ausbleibende Lieferungen, während Markus Schiller Deutschlands langwierige Genehmigungsverfahren kritisiert. Dänische Premierministerin Mette Frederiksen betont, dass westliche Länder mehr Raketen bereitstellen könnten, wenn der politische Wille vorhanden ist. Donald Trump soll Selenskyjs Anfrage für mehrere hundert Abfangraketen wegen US-Lagerbeständen und des Kriegs gegen den Iran abgelehnt haben. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bot Deutschland im Juli an, sich an der SAMP/T-Produktion zu beteiligen, doch auch diese französisch-italienische Alternative leidet unter Munitionsmangel.

Kernpunkte:

  • Europa benötigt amerikanische Abfangraketen.
  • Die ersten Patriot-Raketen werden bald in Europa hergestellt, speziell in Bayern.
  • Patriot-Beschaffung und -Produktion sind komplex und zeitaufwändig.

Quelle: FAZ (Deutsch)