Die Nachfrage nach deutschen Automarken wie BMW, Volkswagen und Audi steigt in Russland trotz des faktischen Verkaufsstopps der vergangenen vier Jahre kräftig an. Getrieben wird diese Entwicklung durch Parallelimporte, überwiegend aus China, günstige Wechselkurse des Rubels gegenüber dem Yuan und die Vorliebe russischer Käufer für etablierte westliche Marken. Im Zeitraum Januar bis Juli wurden insgesamt 38.300 Neuwagen europäischer Marken verkauft, was einem Anstieg von 89 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. BMW setzte etwa 8.800 Fahrzeuge ab, Volkswagen rund 8.700 und Audi etwa 7.100 Neuwagen.
Autoexperte Juri Tschistow führt das Wachstum auf Käufermüdigkeit angesichts begrenzter Alternativen zurück. Viele der heute in Russland ankommenden deutschen Fahrzeuge stammen aus China, wo sich große Lagerbestände angesammelt haben, die es Importeuren ermöglichen, Rabatte auszuhandeln. Etwa 66 Prozent der neu registrierten Fahrzeuge internationaler Marken in den ersten sieben Monaten wurden in China produziert. Toyota bleibt die wichtigste parallel importierte Auslandsmarke, allerdings lagen deutsche Marken im Juli mit einem Marktanteil von 4,3 Prozent deutlich vor südkoreanischen Herstellern mit 1,6 Prozent.
Kernpunkte:
- Die Nachfrage nach deutschen Autos steigt in Russland wieder an.
- BMW, Volkswagen und Audi haben über vier Jahre hinweg kaum neue Autos offiziell in Russland verkauft.
- Von Januar bis Juli wurden 38.300 Neuwagen europäischer Marken in Russland verkauft.
Quelle: Berliner Zeitung (Deutsch)
