Staatliche und nichtstaatliche Akteure bedrohen zunehmend die globalen Seewege und die maritime Ordnung, wie Störungen in der Straße von Hormuz zeigen. Deutschland und Europa haben lange auf die USA und deren Marine für den Schutz der Seewege verlassen, doch Washingtons Bereitschaft und Fähigkeit zur Wahrnehmung dieser Rolle stehen in Frage. Russland und China gefährden die internationale Ordnung durch illegale Territorialansprüche – Russland insbesondere in der Arktis, China in der Straße von Taiwan und dem Südchinesischen Meer – und richten auch Schäden an Unterseekabeln an, die über 95 Prozent des globalen Datenverkehrs transportieren. Da etwa 80 bis 90 Prozent des Welthandels über See laufen, müssen Deutschland und Europa ihre maritimen Sicherheitsfähigkeiten stärken, militärische Kapazitäten aufbauen, politische Handlungsfähigkeit für Machtprojektion zeigen und die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Staaten intensivieren.
Kernpunkte:
- Die Straße von Hormuz zeigt, wie fragil Seewege und die globale Wirtschaftsordnung sind.
- Deutschland und Europa haben sich lange auf die USA und deren Marine zum Schutz der globalen Seewege verlassen.
- Washingtons Bereitschaft und Fähigkeit zur Wahrnehmung der Rolle als globaler Beschützer wird nun in Frage gestellt.
Quelle: SWP (Stiftung Wissenschaft und Politik) (Deutsch)
